Glossar

Faszienbehandlung

Nachdem die Faszien Anfang der 2000er-Jahre langsam das internationale Interesse der
Wissenschaft geweckt hatte, widmeten sich zunehmend wissenschaftliche Studien diesem
interessanten Thema.

Wozu die Faszien dienen und was sie können

Man fand unter anderem heraus, dass die Muskulatur nur einen Teil ihrer Zugkraft über die
Sehnen zur Bewegung beiträgt. Vielmehr wird über begleitende myofasziale Vernetzungen oft
ein erheblicher Teil der muskulären Spannung an benachbarte Strukturen übertragen und
weitergegeben. Diese Kraftübertragung ist nicht unerheblich und hat Auswirkung auf die
muskuloskelettale Dynamik. Man kann heute mithilfe der Ultraschall-Elastografie eine
entsprechende Analyse dieser Querverbindungen darstellen. Sie dient zur Diagnostik bei fokalen
Dystonien und spastischen Paresen.

Mithilfe von Myofibroblasten können sich Faszien zudem aktiv zusammenziehen – unabhängig
von dem dazugehörigen Skelettmuskel. Diese Bindegewebszellen spielen auch bei der
Dupuytren-Kontraktur oder der Frozen Shoulder eine ausschlaggebende Rolle. Mit ihrer Hilfe
scheint der Körper in der Lage zu sein – je nach mechanischer Belastungsdynamik,
biochemischen Milieu sowie der genetischen Konstitution –, die lokale Gewebesteifigkeit im Laufe
von Tagen bis Monaten dynamisch zu verändern. Diese Einsicht bietet Möglichkeiten für die
Behandlung einer Vielzahl von myofaszialen Störungen, von der systemischen Hypermobilität
bis zur chronischen Nacken- oder Rückenmuskulatur-Versteifung.

Das körpereigene Fasziennetz ist für die Wahrnehmung des eigenen Körpers in Haltung und
Bewegung (Propriozeption) eines unserer wichtigsten Sinnesorgane. Neben den
Gelenkrezeptoren und den Muskelspindeln spielen auch die zahlreichen Dehnungsrezeptoren
in den oberflächlich gelegenen Faszienschichten eine mindestens ebenso wichtige Rolle. Daher
liegt die Vermutung nahe, dass Adhäsionen und andere Verschieblichkeitsstörungen, wie zum
Beispiel Narben, an diesen oberflächlichen Faszienschichten eine tiefgreifende Auswirkung auf die
Propriozeption und damit auf die gesamte Bewegungskoordination haben können.

Histologische Studien belegen, dass die Faszien reichhaltig mit schmerzempfindlichen
Nervenendigungen bestückt sind. So spielen diese freien Nervenendigungen in den faszialen
Muskelhüllen eine zentrale Rolle im muskuloskelettalen Schmerz. Untersuchungen legen nahe,
dass Faszien eine segmentale Innervation besitzen. Dadurch kann das Rückenmark dann mit
einer segmentalen Sensitivierung faszialer Schmerzrezeptoren reagieren.

Geschichte und Therapie in der Faszienbehandlung

Neben vielen Therapeuten, Ärzten und Wissenschaftlern kann man Andrew Taylor Still, den
Begründer der Osteopathie, Ida Rolf, Begründerin der Rolfing-Methode, Dr. Robert Schleip, der
die Faszien als einer der ersten wissenschaftlich betrachtete, und Stephen Typaldos als die
Pioniere der therapeutischen Faszienarbeit sehen. Stephen Typaldos erforschte vor allem die
Rolle der Faszien als Dreh- und Angelpunkt in der Entstehung der myofaszialen Schmerzen und
deren klinische Behandlung. Dem manualtherapeutisch arbeitenden Arzt gelang es, ein
einfaches und klares Modell zu beschreiben, in dem die häufigsten faszialen Störungen in
sechs sogenannten faszialen Distorsionen klassifiziert werden können. Er behandelt hierbei
mehr die großflächigen Muskelhüllen und Ganzkörperfaszien, die einer genauen Diagnostik und
einer manualtherapeutischen Behandlung gut zugänglich sind.
Die Mitarbeiter der GKG GanzKörperGesundheit arbeiten nach diesem Konzept, das sich einer
wachsenden Popularität erfreut, durch eine verblüffende therapeutische Wirksamkeit beeindruckt
und zu einer schnellen und klaren Verbesserung bei einer Vielzahl von muskulären Schmerzstörungen
führt. Das Behandlungsmodell basiert auf einer bestechend einfachen Diagnostik, bei der die spontane
sprachliche und gestische Schmerzbeschreibung des Patienten eine ausschlaggebende Rolle spielt.

Es gibt dicke Bücher über die myofaszialen Leitbahnen. Alles hier zu beschreiben, würde den
Rahmen sprengen. Wenn Sie Fragen zu diesem sehr speziellen Thema haben, wenden Sie sich bitte an die
Mitarbeiter der GKG GanzKörperBehandlung in Andernach.